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Tel.: (030) 890 90 773  |   Mobil: 0163 - 591 91 52 |   Email: post@kampf-kunst.de

Dunkelraum Feedback

  Die Geschichte vom Dunkelraum-Training Ein Samstagabend, am vierundzwanzigsten Tag, im neunten Jahr nach dem Millennium, trafen sich acht Kämpfer, um unter der Anleitung von Sifu Stefan das Besondere in ihrer Kampfkunst, eine höhere Weihe, zu erfahren. So, oder anders, könnte es in den Büchern stehen, doch das Einzigartige braucht keine Fürsprache, es steht für sich selbst und fängt meistens ganz unscheinbar an. So auch hier: Rainer wollte an diesen Abend eine Dunkelraum-Meditation durchführen und hatte den Raum so präpariert, dass er völlig licht undurchlässig und innen jede noch so zart glimmende Quelle überdeckt war. Diesen besonderen Umstand nutzte Sifu Stefan um seinen Schülern ein Chi-Sao-Gefühl vermitteln zu können, welches so noch nicht durchgeführt worden war. Es ging um eine neue Art der Selbst- erfahrung und zum Schluss wuchs daraus Erkenntnis, nicht nur über die eigenen Fähigkeiten, auch über den gegnerischen Trainingspartner. Selbst altgediente Wing-Tsun'ler, wie Hacki, der schon alle Schülergrad-Programme hinter sich gelassen hat, bezeichnete die knapp zwei Stunden als eine neue Erfahrung, mit Nachhaltigkeit. Dass Dunkelheit tiefer und schwärzer als Nichts sein kann, erfuhren die Schüler mit dem Schließen der Tür und Erlöschen der Deckenbeleuchtung. Am Anfang narrten die Nervenzellen der Augen ihre Besitzer mit eingebildeten Formen und Farben. Aber wie jeder für sich feststellen musste, war die Welt ausgeschaltet worden. Es gab nicht die kleinste Facette einer Form zu entdecken, nichts was sich aus der Leere heraus schälen konnte. Und doch war da etwas, denn jeder hielt trotzdem seine Augen auf. Mit der Stimme und suchenden Armen fanden sich die Trainingspartner im steten Wechsel und waren sie doch eines Sinnes vorübergehend beraubt, stellte ein jeder für sich fest, dass er im Spiel des Chi-Sao anfing irgendwann den Gegner zu sehen; nicht im Ganzen, doch die Arme leuchteten fast auf. So schien es. Es war als übernahmen die taktilen Sinne das Sehen und projizierten ein Bild auf die geschwärzte Netzhaut. Von dieser Wahrnehmung war Daniel nicht nur überrascht, sondern über allem begeistert. Durch die Reduzierung möglicher Ablenkungsquellen floss durch Fabian eine gänzlich andere Energie, die ihn leichter und fokussierter mit sich arbeiten lies, als sonst. Er fand nun Lösungswege, die er vorher nicht erkannt hatte und war in der Lage mit diesem anderen, besonderen Gefühl seine Bewegungen fließen zu lassen. So griff das Chi-Sau auf den kompletten Körper über und durch das neue Verständnis gingen die Schüler über ihre Technik hinaus und erlebten sich in einer anderen Weite, die sogar den Raum hinter sich lies. Und nicht nur dies, auch jede gefühlte Zeit, die ihre Bedeutung als Medium verlor, wie Haydar so treffend bemerkte. Aber das Ende kam doch und zum Schluss wurden die Lichter versteckt angemacht, um die Augen an ihre tägliche Aufgabe wieder zu gewöhnen. Eine gemeinsame Tee-Runde vervollständigte den Abend für alle und so, wie das Gefühl aller sich in den Gesichtern manifestierte, an etwas Besonderem teilgenommen zu haben, wurde klar, diese Menschen würden sich wieder in völliger Dunkelheit treffen, um gemeinsam zu trainieren. f.
KAMPFKUNSTAKADEMIE Berlin - Wilmersdorf
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Dunkelraum Feedback

  Die Geschichte vom Dunkelraum-Training Ein Samstagabend, am vierundzwanzigsten Tag, im neunten Jahr nach dem Millennium, trafen sich acht Kämpfer, um unter der Anleitung von Sifu Stefan das Besondere in ihrer Kampfkunst, eine höhere Weihe, zu erfahren. So, oder anders, könnte es in den Büchern stehen, doch das Einzigartige braucht keine Fürsprache, es steht für sich selbst und fängt meistens ganz unscheinbar an. So auch hier: Rainer wollte an diesen Abend eine Dunkelraum-Meditation durchführen und hatte den Raum so präpariert, dass er völlig licht undurchlässig und innen jede noch so zart glimmende Quelle überdeckt war. Diesen besonderen Umstand nutzte Sifu Stefan um seinen Schülern ein Chi-Sao-Gefühl vermitteln zu können, welches so noch nicht durchgeführt worden war. Es ging um eine neue Art der Selbst-erfahrung und zum Schluss wuchs daraus Erkenntnis, nicht nur über die eigenen Fähigkeiten, auch über den gegnerischen Trainingspartner. Selbst altgediente Wing-Tsun'ler, wie Hacki, der schon alle Schülergrad-Programme hinter sich gelassen hat, bezeichnete die knapp zwei Stunden als eine neue Erfahrung, mit Nachhaltigkeit. Dass Dunkelheit tiefer und schwärzer als Nichts sein kann, erfuhren die Schüler mit dem Schließen der Tür und Erlöschen der Deckenbeleuchtung. Am Anfang narrten die Nervenzellen der Augen ihre Besitzer mit eingebildeten Formen und Farben. Aber wie jeder für sich feststellen musste, war die Welt ausgeschaltet worden. Es gab nicht die kleinste Facette einer Form zu entdecken, nichts was sich aus der Leere heraus schälen konnte. Und doch war da etwas, denn jeder hielt trotzdem seine Augen auf. Mit der Stimme und suchenden Armen fanden sich die Trainingspartner im steten Wechsel und waren sie doch eines Sinnes vorübergehend beraubt, stellte ein jeder für sich fest, dass er im Spiel des Chi-Sao anfing irgendwann den Gegner zu sehen; nicht im Ganzen, doch die Arme leuchteten fast auf. So schien es. Es war als übernahmen die taktilen Sinne das Sehen und projizierten ein Bild auf die geschwärzte Netzhaut. Von dieser Wahrnehmung war Daniel nicht nur überrascht, sondern über allem begeistert. Durch die Reduzierung möglicher Ablenkungsquellen floss durch Fabian eine gänzlich andere Energie, die ihn leichter und fokussierter mit sich arbeiten lies, als sonst. Er fand nun Lösungswege, die er vorher nicht erkannt hatte und war in der Lage mit diesem anderen, besonderen Gefühl seine Bewegungen fließen zu lassen. So griff das Chi-Sau auf den kompletten Körper über und durch das neue Verständnis gingen die Schüler über ihre Technik hinaus und erlebten sich in einer anderen Weite, die sogar den Raum hinter sich lies. Und nicht nur dies, auch jede gefühlte Zeit, die ihre Bedeutung als Medium verlor, wie Haydar so treffend bemerkte. Aber das Ende kam doch und zum Schluss wurden die Lichter versteckt angemacht, um die Augen an ihre tägliche Aufgabe wieder zu gewöhnen. Eine gemeinsame Tee-Runde vervollständigte den Abend für alle und so, wie das Gefühl aller sich in den Gesichtern manifestierte, an etwas Besonderem teilgenommen zu haben, wurde klar, diese Menschen würden sich wieder in völliger Dunkelheit treffen, um gemeinsam zu trainieren. f.
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